Ölwechsel

Das kleine Autoservice 1×1

Heute: Ölwechsel

Ausgerechnet auf der Fahrt ins Wochenende passierte es: Kurz vor Würzburg begann das Auto plötzlich kräftig zu ruckeln und verlor rapide an Fahrt. Der Kfz-Meisterbetrieb, in den das Fahrzeug nach dem Zwangsstopp auf dem Seitenstreifen der A3 geschleppt wurde, hatte die Ursache schnell diagnostiziert: Motorschaden durch völlig überaltertes und mit Verbrennungsrückständen gesättigtes Motorenöl. Dass Autobesitzer immer mal wieder den regelmäßigen, vom Hersteller empfohlenen Ölwechsel vergessen oder aus Kostengründen bis auf Weiteres einfach verdrängen, ist für André Degenhardt nicht neu. Nach den Worten des Kfz-Meisters, zuständig für After Sales, Controlling und Service bei der Unternehmensgruppe Gottfried Schultz, können solche Nachlässigkeiten jedoch teure Motorschäden zur Folge haben. Deshalb warnt Degenhardt auch eindringlich vor selbst ernannten Experten, die den Ölwechselrhythmus als unnötig und Geschäftemacherei geißelten, da moderne Schmierstoffe den Motor bis zu einer Laufleistung von 100.000 Kilometern angeblich ausreichend versorgen würden. “Die Praxis zeigt, dass selbst durch Hightech-Öle und Hochleistungsmotoren mechanische und chemische Prozesse nicht außer Kraft gesetzt werden”, so Degenhardt. “Denn durch den Motorbetrieb gelangen nicht nur feinste Metallpartikel durch mechanischen Abrieb, sondern auch Staub aus der Atmosphäre, Schwefeloxide und – je nach Motorenart – unverbrannte Benzin- oder Dieselbestandteile ins Motorenöl. Zudem bildet sich bei jedem Abkühlen des Motors an den Zylinderwänden Kondenswasser, das ins Öl tropft und dieses im Laufe der Zeit immer stärker verdünnt und somit dessen Schmierfähigkeit reduziert. Dieses Problem trifft besonders Autos, die viel auf Kurzstrecken, beispielsweise im Stadtverkehr, unterwegs sind. Aber auch der Hochtemperaturbereich wie etwa bei Autobahnfahrten hat seine Tücken. Denn hierbei verdampfen nach und nach alle niedrig siedenden Anteile des Motorenöls. Folge: Es wird zähflüssiger, erhöht den Kraftstoffverbrauch und gewährleistet keine optimale Schmierung von Motorenteilen wie Nockenwelle oder Ventile mehr. Und bei Dieselmotoren kommt hinzu, dass sich Rußpartikel im Motoröl ablagern und dieses mit jedem zurückgelegten Kilometer zusätzlich verdicken. Je nach Beanspruchung des Autos, Alter und Motorenart ist ein Ölwechsel nach jeweils 15.000 bis 30.000 Kilometer Laufleistung Voraussetzung für die Langlebigkeit des Motors.” Zudem rät Degenhardt eindringlich, “den regelmäßigen Öl- und Filterwechsel Experten der Kfz-Meisterbetriebe zu überlassen. Und dabei geht es nicht nur um umweltgerechte Entsorgung, das korrekte Einfüllen der vorgeschriebenen Ölmenge, die richtige Montage des Filters und die abschließende Dichtigkeitsprüfung. Vielmehr gibt es heute eine Vielzahl von motorspezifischen Ölen. Sprich: Nicht jedes Öl ist für jeden Motor geeignet. So schreiben denn auch die Autohersteller für jedes ihrer Fahrzeugmodelle bestimmte Ölqualitäten vor. Werden diese nicht verwendet, kann der Autobesitzer im Fall eines Motorschadens seine Garantieansprüche gegenüber dem Hersteller verlieren.”